MUSIK Lieb­frau­en­kan­to­rei

Die Lieb­frau­en­kan­to­rei Hamm ist ein Chor aus sing­be­geis­ter­ten Menschen, der sich als gro­ße Gemein­schaft ver­steht und der gene­ra­tio­nen­über­grei­fend besetzt ist. Er besteht aktu­ell aus mehr als 40 akti­ven Sän­ge­rin­nen und Sän­gern, die sich jede Woche zur Pro­be mit ihrem Chor­lei­ter Johan­nes Krut­mann, der den Chor seit 1989 lei­tet, tref­fen.

Haupt­auf­ga­be des Cho­res ist die musi­ka­li­sche Gestal­tung der Got­tes­diens­te und Kon­zer­te in der Lieb­frau­en­kir­che in Hamm. Die Freu­de an der stimm­bild­ne­ri­schen Arbeit, dem Ken­nen­ler­nen alter und neu­er Wer­ke und die gute Gemein­schaft sind Grün­de, dass eini­ge Chor­mit­glie­der bereits vie­le Jah­re dabei sind, aber auch immer wie­der neue Inter­es­sier­te den Weg zur Lieb­frau­en­kan­to­rei fin­den. So ist die Kon­ti­nui­tät ein wich­ti­ger Vor­teil und ein Kenn­zei­chen die­ser seit mehr als 100 Jah­ren bestehen­den musi­ka­li­schen Gemein­schaft, in der man gleich­zei­tig aber auch bemüht ist, Viel­falt, Ver­än­de­rung und Wech­sel Raum zu geben – das musi­ka­li­sche Tun und die Inspi­ra­ti­on durch ganz  ver­schie­de­ne Wer­ke, Sti­le und Kom­po­nis­ten kann dazu immer neu ein Garant sein. So stand im Herbst 2022 die latein­ame­ri­ka­ni­sche „Mis­sa criol­la“ auf dem Pro­gramm, die zusam­men mit süd­ame­ri­ka­ni­schen Musi­kern des Ensem­bles „Musi­ca Tem­pra­na“ als inno­va­ti­ves Pro­jekt des Erz­bis­tums Pader­born auf­ge­führt wur­de.

Neben den wöchent­li­chen Pro­ben fin­den auch locke­re und gesel­li­ge Ver­an­stal­tun­gen statt; bei Chor­mit­glie­dern und ihren Ange­hö­ri­gen sind die som­mer­li­chen Fahr­rad­aus­flü­ge mit anschlie­ßen­den Gar­ten­fe­ten in der pro­ben­frei­en Zeit sehr beliebt. Gemein­sa­me Aus­flü­ge führ­ten den Chor zuletzt nach Rom und nach Köln, gern denkt man auch an Auf­ent­hal­te in Brüg­ge, Dres­den, Trier, Xan­ten und Aus­flü­ge in die nähe­re Umge­bung sowie Chor­fahr­ten und Rei­sen, bei denen man zu Mes­sen in den Dom­kir­chen von Köln, Frei­burg, Lim­burg, Dres­den und Pader­born gesun­gen hat, nicht zuletzt an musi­ka­li­sche Got­tes­diens­te in Rom, Bar­do­li­no oder Salz­burg.

Höhe­punkt ist neben den lit­ur­gi­schen Fei­ern auch das jähr­li­che Patro­nats­fest im Novem­ber, bei dem es zur Tra­di­ti­on gewor­den ist, eine Orches­ter­mes­se aus dem klas­si­schen Reper­toire zu sin­gen. So konn­te über die Jah­re ein reprä­sen­ta­ti­ver Quer­schnitt aus den Mess­ver­to­nun­gen von Wolf­gang Ama­de­us Mozart, Joseph Haydn, Franz Schu­bert sowie Orgel­mes­sen von Widor, Vier­ne, Nibel­le, Gret­cha­nin­off u. a. erar­bei­tet und auf­ge­führt wer­den.

In Pas­si­ons­kon­zer­ten wur­den in den letz­ten Jah­ren u. a. die Johan­nes­pas­si­on von Hein­rich Schütz, die Mar­kus­pas­si­on von Rein­hard Kei­ser, das „Sta­bat mater“ von Joseph Rhein­ber­ger, die Kreuz­weg­ver­to­nung „Via cru­cis“ von Franz Liszt und das „Requi­em“ von Gabri­el Fau­ré mehr­fach gesun­gen. Auch in Rund­funk- und Fern­seh­über­tra­gun­gen aus der Lieb­frau­en­kir­che fand der Chor eine Her­aus­for­de­rung, die ihn wie alle ande­ren Auf­ga­ben immer wie­der neu anspornt. Hier­zu schätzt man auch die Unter­stüt­zung durch regel­mä­ßi­ge Stimm­bil­dung, die u. a. von der Kon­zert­sän­ge­rin Anna Kris­ti­na Naechs­ter aus­ge­führt wur­de und wich­ti­ge Impul­se bringt.

In har­mo­ni­scher Zusam­men­ar­beit mit sei­nem Lei­ter fin­det der Chor immer wie­der neue Auf­ga­ben und Her­aus­for­de­run­gen, im gro­ßen Reich­tum und der Viel­falt geist­li­cher Musik an der eige­nen musi­ka­li­schen Arbeit Freu­de zu haben, Spaß in der Gemein­schaft zu fin­den und zu ver­su­chen, die­ses als gutes Ergeb­nis an die Zuhö­ren­den wei­ter­zu­ge­ben.

Die Erfah­rung, dass die erar­bei­te­te Musik oft ihre Ent­fal­tung in der Auf­füh­rung und im Kir­chen­raum fin­det und dabei etwas ent­ste­hen kann, das im Zusam­men­klang der Stim­men die indi­vi­du­el­le Leis­tung ein­zel­ner über­trifft und zu einem beson­de­ren gemein­sa­men Erle­ben wird, ist manch­mal wie ein Geheim­nis, was für Musi­zie­ren­de viel­leicht nicht all­täg­lich, aber doch als beson­de­res Geschenk immer wie­der erfahr­bar ist.

Kon­takt­per­son. Johan­nes Kruth­mann